Rüdiger Carl is one of the most important personalities who has come out of European free jazz. The artists Oliver Augst and Christoph Korn, a generation younger, work in a conflicting field of improvisation, installation, electronics and theory. Theory and noise sit together here “as exactly as a tailor-made suit” says the German music magazine Spex. Oliver Augst, Rüdiger Carl and Christoph Korn have appeared as “blank” in the last few years presenting various projects and releases. Their newest project DUDEN takes “collection” as its starting point. Oliver Augst, Rüdiger Carl and Christoph Korn have sifted through their current recordings and publications in the last few years, deconstructed them quasi-microscopically and compiled countless humorous and colorful mnemonic fragments. These snippets are pressed as so-called “locked grooves” into the vinyl. On a “locked grooves” record, the music grooves form self-contained circles which keeps the ton arm “locked” in a turnaround – a loop that lasts exactly 1.8 seconds. Over 200 of these loops make up the musical material of DUDEN.
Remix mit Fanny und Felix, 4-Kanal-Videoinstallation von Viola Kiefner, 2002. Birthe Bendixen (Gesang), Matthias Brommann (Violine), Martin Kreyssig (Kamera), Stephen Nicolai (Ton), Lothar Werthschulte (Postproduktion), Viola Kiefner (Konzept und Regie).
Gefördert u.a. durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.
Die aus vier wandfüllenden Projektionen bestehende Video-Installation, welche im Westwerk (Hamburg) 2002 zu sehen war, zeigt eine visuelle und musikalisch-akustische Erweiterung im Hamburger Straßenverkehr. Als Drehort und Hauptakteure in einem fungieren zwei 1997 errichtete Gedenksteine für die Komponisten-Geschwister Fanny Hensel (1805-1847), geborene Mendelssohn, und Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) – direkt an der sechsspurigen Ludwig-Erhard-Straße und in der Nähe des heute nicht mehr existierenden Geburtshauses gelegen. In Augenhöhe sind Noten in die anthrazitfarbenen, mit Bäumen umrahmten Steine gemeißelt, eine dazugehörende Sitzbank lädt Passanten ein, sich in Ruhe die »Noten in Stein« anzusehen und mit dem dahinter vorbeiziehenden Verkehrsfluss akustisch zu verbinden. In der Video-Installation wird dieser Denkmal-Standort mit seinem akustischen Umfeld durch zwei Musiker erweitert, die – vor den Steinen positioniert – den Liedanfang des »Schwanenliedes« von Fanny Hensel und die ersten Noten des Violin-Konzertes in E-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy simultan interpretieren. Ihre Wiederholungen als musikalische Schleife kontrastieren mit der Lärmkulisse einer der meist befahrenen Strasse Hamburgs.
Zeitgenössischer »monumentaler« Ort und Theater-Denkmalpflege In öffentlichen Stadt-Räumen sollen – zur Imagepflege und als Gedächtnisstütze zur nationalen Identifikation – an große Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens vergangener Jahrhunderte erinnern. Wie in vielen anderen Fällen führt auch hier ein biographischer Anhaltspunkt zur Entscheidung für den Standort der Gedenksteine. Mag die Positionierung des Denkmals mit dem vermutlich nicht berücksichtigten Aufeinandertreffen dieser beiden akustischen Quellen – wenn auch wie hier in notierter Form – zuerst absurd erscheinen, so entspricht es jedoch einer zeitgemäßen Realität wechselseitiger Überlagerung von Tönen und Bildern, welche sich oft gegenseitig nivellieren. In puncto städtebaulicher Ausführung oder ästhetischer Relation wurden – wie auch in diesem Stadtviertel – ehemals zerstörte Häuser, welche ursprünglich in einer ganz anderen Straße standen, in den 70er Jahren als Rekonstruktion an einem für das Stadtimage attraktiveren Standort wiederaufgebaut.
Mit Blick nach Süden, kalter Wind auf halber Nase, treff ich dich, Schönheit, am Wegesrand: Gebüsch im Schnee. Kennen wir uns nicht, blattloser Torso, aus andrer Bilderlandschaft, weiss papierne Kataloge?
Ruine und Gebein, eisige Stätte, Denkmal steinernen Winterfriedens, abgelegte Streifen Schnee, erstarrtes Gefieder, Restgewirre: Nackt vorm Grau zeigen spitz deine stocksteifen Äste zum blauen Fleck, dürre Finger schlanken Gitterwerks gieren sehnsuchtsvoll nach Licht.
Geblendet von Schneedaunen, ein Trugbild in Begehung, Wind und Frost und trübes Nass, Hoffnung auf Frühling – Wärme, ein Bild bloß im Schwelgen verblättert, steht ein Gebüsch im Schnee.
deine Mutter auf der Fotografie betrachte ich wie eine Fremde nur du kanntest sie in diesem Alter ich sehe dich wie du sie betrachtest sie kennst wie ich sie nicht kannte ich betrachte deine Mutter wie du dich erinnerst wie ich sie nicht erinnere es ist dein Portrait von deiner Mutter du hast sie angeschaut für sie Abzug und Rahmen gewählt ihr seid weit entfernt wie ihr euch anschaut ernst und beide innerlich lächelnd fällt nach dem Auslöser die Spannung
Kurz lag die Stadt in Feinstes Weiss gekleidet, Geschmückt geschminkt Verwandelt in Stille Verflogen das Gestern Die Zeit nie gesehen.
Schon schiessen Tropfen Höhlen, zerren Schwarz und Grau, den Stein ans Licht. Hart dein Gesicht und müde, schwätz doch vom Gestern, Dreck und Dreck again.
Die Sanftheit verflogen Verschwunden auch Der Schönheit Zauber, frisches Neu. Zwei Tage stand verhaltene Hoffnung Schlange, riss sich Erinnerungen Aus. Heut regnet das alte Lied, das Alte.