Them and Us – Richard Deacon, Thomas Schütte

Them and Us © Richard Deacon, Thomas Schütte, Martin Kreyssig 1996

Thomas Schütte & Richard Deacon, Lisson Gallery London
1996, Videofilm (16mm), 6 min, Produktion: Deacon / Schütte / Kreyssig

Animationsfilm, der in Zusammenarbeit mit den Künstlern entstanden ist. Filzige Tiere, Aluminiumfiguren, ein akustischer Ausschnitt aus der Geschichte des Krieges in anderthalb Minuten, schließlich die Ausstellung in der Lisson Gallery: Arche Noah im Weltraum.

„Them and Us“ by Martin Kreyssig on Vimeo which accompanied ‘Them & Us’ exhibition at the Lisson Gallery, London, 1995.

Produced by Richard Deacon, Thomas Schütte and Martin Kreyssig as an advert for the exhibition to be broadcast on television. Published by Lisson Gallery, London.

Zeremonie für ein Double – Das dritte Auge – Gustav Kluge, Kathrin Haaßengier

Zeremonie für ein Double – Das dritte Auge © Gustav Kluge, Martin Kreyssig 2010

Videodokumentation (Länge 18:07 Min) einer Performance von Gustav Kluge und Kathrin Haaßengier in der Galerie Frisch, Berlin am 30. April 2010 anlässlich einer Ausstellung von Gustav Kluge.

»Ein Telefonat eröffnet am 30. April 2010 gegen 19.30 Uhr die Ausstellung von Gustav Kluge und Kathrin Haaßengier bei FRISCH in der Halle am Wasser hinter dem Hamburger Bahnhof. Der Einlass beginnt ab 18 Uhr. Gesprächspartnerin am Telefon ist die Hamburger Transsexuelle Christine W.. Danach geht die Handlung der „Zeremonie für ein Double“ über in die Bergung Siamesischer Zwillinge aus dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal sowie ihrer Operation.

„Das Leben von Christine W. ist eine Extrembiografie“, so Gustav Kluge, neun Jahre hat er mit dem Aktmodell zusammen gearbeitet. „Aus der Sicht des Malers besitzt sie einen archetypischen androgynen Körper. Diesen hat sie nach ihrem Ideal umgeformt. Das führte zu einem Leidensweg, der sie in der neuen Welt nicht ankommen ließ. So reagiert sie auf viele und vieles mit Aggression.“ Im September 2009 wurde Christine W. wegen Körperverletzung zu drei Jahren Haft und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Gustav Kluge hat diese Selbstschöpfung und Aggression der Christine W. in fünf der sechs in der Ausstellung befindlichen szenischen Bilder ausgelotet und umgesetzt.

Der Operationssaal, von Kathrin Haaßengier entworfen, zwingt die Zeremonie in eine klaustrophobische Enge. Nur ein Kabel transportiert Videobilder nach außen. Solche Lebensadern wiederholen sich in den drei weiteren kinetisch-akustischen Skulpturen der Bildhauerin. Sie bestehen aus blickdichten Körpern, gläsernen Milchabscheidern und verworrenen miteinander verschlungenen Schläuchen. Strömende Flüssigkeiten transportieren ihren Rhythmus.«

(Quelle: Galerie Fritsch)

ZEREMONIE FÜR EIN DOUBLE / VERTAUSCHTE ZUNGE, Screenshot © Gustav Kluge, Martin Kreyssig 2010
ZEREMONIE FÜR EIN DOUBLE / VERTAUSCHTE ZUNGE, Screenshot © Gustav Kluge, Martin Kreyssig 2010
ZEREMONIE FÜR EIN DOUBLE / VERTAUSCHTE ZUNGE, Screenshot © Gustav Kluge, Martin Kreyssig 2010
ZEREMONIE FÜR EIN DOUBLE / VERTAUSCHTE ZUNGE, Screenshot © Gustav Kluge, Martin Kreyssig 2010

New World Order – Richard Deacon

Richard DeaconTate Gallery Liverpool, 1999, Videofilm, 6 min

Filmisch – musikalische Notiz zur Einzelausstellung von Richard Deacon in der Tate Gallery Liverpool 1999.

«As we shall see, the mean information of a message is defined as the amount of chance (or randomness) present in a set of possible messages. To see that this is a natural definition, note that by choosing a message one destroys the randomness present in a variety of possible messages.» (David Ruelle, Chance and Chaos)

New World Order, Exhibtion View, Tate Liverpool © Richard Deacon, 1999

The Appearance of ###### to the people – Elena Kovylina

Performance: Elena Kovylina, HD-Videofilm, 8:30 min, 2009, im Auftrag der Hamburger Kunsthalle und im Rahmen der Ausstellung »MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation«, kuratiert von Frank Barth und Dirck Möllmann.

Elena Kovylina, MAN SON 1969 © Hamburger Kunsthalle, Martin Kreyssig 2009

»Charles Manson bezog sich auf einen religiösen Archetypus, um seine Privat-Mythologie aufzubauen. Nicht nur sein Aussehen, sondern auch die zeitweilige Bedeutungsverschiebung des Namens, seine Ansprachen an die Gruppe und eigene Vergleiche mit einem Erlöser sowie rituelle Fußwaschungen (vgl. Susan Atkins, Child of Satan, Child of God, 1977, S. 87) trugen zu dieser Mischung aus Mystizismus, Esoterik und autoritären Strukturen in scheinbar völliger Freiheit bei. Er agierte stereotypisch und leicht wieder erkennbar, worauf einfach zu reagieren war.
In ihrer Performance tritt Elena Kovylina unangekündigt zwischen zwei Bands auf, halb nackt und in der Maske mit Haaren und Bart ähnlich wie Charles Manson. Sie erscheint als ein Prophet, der nicht wirklich einer religiösen Gruppe oder einem Kult zugehört, aber als Verkünder von Zeichen erkannt werden kann. Die nachfolgenden Handlungen auf der Bühne waren nicht geplant oder vorher abgesprochen.«

[aus: MAN SON 1969 – Vom Schrecken der Situation, Hamburger Kunsthalle 2009, S. 20]