Green Island atmen Script

Ich-Auge Ich-Ohr
Ich-Welt atmen
Netze der Achtbeiner
Betrachten
Umkreisen in um
Bewegungen
den Ich-Turm
Ausblick & Überwege
Feldherrn des Augenspiels
Ohrenwedel
Wattperiskop
Allesseher im Krebsgang
Meta, Ear & Co.
Konzertmuscheln
Alles dreht Alles
bewegt in Seeluft
centred Leuchtturm
Elfenbein Hörmuschel
ohne Leuchte ohne Arm
sehen & atmen
Segler Driver
Hiker Diver
Augenschmaus
Weltkonzert & Netzschauer
Russolo no no noise
Stillende Ohrenlider #Cage
Lichtmenü 4‘33“
sunny up & Untergänge
Wellengericht in Oil
Ordnungsrufe vom Horizont
atmen & atmen
unheard sounds
unseen movies, credits.
Nicht viel
Besonderes
zu hören zu sehen, Walser & Robert,
doch schon so
viel.

Basileus

schwer
drückt
Die Krone
den Kopf
den König
Übelkeit Erbrechen
dem König
sein Kopf
unter der Krone
erdrückt verdrückt;
das Gewicht
drückt
Schweiß Hitze Erbrechen
den König
tiefer in den Thron
Rotes Kissen
durch das Kissen
durch den Stuhl
drückt die Krone
den König
Aufgeben Übergeben
puked on mother’s Boden
dirt on father’s Stuhl;
Schwer
drückt die Krone
drückender König
Stuhlgang und Hoden
Rotes Kissen
in den Mutterboden
Vaters Stuhlbeine
Schlamm Kotze
Lehmboden, gekrönt
glanzvoll
versiegelt.

Milchstrasse 37

All
All
All
immer
im All
im All
im All
alle Tage
im All
alle Tage
immer
im All
im All
alle Tage
alle im All
aller Tage
Alltag
im Overall
im All
alle Tage
immer alle Tage
immer All
immer Tag
im All
im All
Alltag
im Overall
Alltag
alles all
All
All
All

Immersion

Breites Lachen springender Stiefel
Zickzack der Schritte
Schneidige Steinsprünge
Gelenkige Luftzange
Und eins
Volte im Vorwärts
Elektrische Staubflügel
Und zwei
Epos aus Leder
Getier in Maskenblut
Choreografie der Schwingen
Falten Karst Schrund
Und eins
Torso aus Wade und Trizeps
Zickzack der Rotoren
Häutungen im Schnellverfahren
Und zwei
Lehmtide taped blu
Links Landschaft liegen rechts Lügen.

Die Krake oder »Ils ne nous aiment pas!«

Jahr für Jahr diskutierte die Familie des Patron die wild wuchernde Agave, von seinen Kindern die Krake genannt, aus dem Garten ihres Grundstücks auf der Mittelmeerinsel zu entfernen.

Der Patron wollte das Riesending aus dem Weg wissen, enthauptet, herausgerissen mit Stumpf und Stiel. »Ils ne nous aiment pas!«, wiederholte er.

Jahr für Jahr wuchs die Krake breiter und höher, versperrte die Wege, schob Triebe und Wurzeln voran.

Der Patron wurde alt und launisch, während die Krake mächtiger geriet: giftig gelb und rabenschwarz, voll scharfer Spitzen, mit langen Dornen.

Eines frühen Morgens im Sommer riss dem alten Mann der Geduldsfaden. Einmal mehr war die abendliche Diskussion ohne Ergebnis geblieben.
So fiel er mit Hammer und Säge, Axt und Spaten über die Krake her, er schnaubte, schrie, brüllte: »Ils ne nous aiment pas! Ich reiße dir jeden Arm einzeln aus! Ils ne nous aiment pas! Ich grabe dich aus, entwurzele dich, ich schmeiße dich aus meinem Garten! Ils ne nous aiment pas! Ich töte dich!!«

Tag und Nacht wütete der Patron. Er schnitt, riß, hackte und schlug tief in den trockenen Boden. Er bekämpfte die Krake, er gab sein Bestes.
Doch die Pflanze wusste sich zu wehren. Ihre gepanzerte Haut war zäh. Mit Dornen und Zähnen durchlöcherte sie Handschuhe und Kleider des Alten. Er schrie vor Schmerzen. Ihr schweigsamer Widerstand machte den Patron noch rasender.

In der großen Mittagshitze des dritten Tages brach der Patron in den Armen der Krake zusammen. Und sie ließ die alten Knochen ihres Gegenübers nicht mehr los.

Verstümmelt und vernarbt wuchs die Krake wilder und prächtiger jedes Jahr, überwucherte zum Kummer ihrer Besitzer Haus und Hang.
„Ils ne nous aiment pas!“ nennen Einheimische heute das unzugängliche Gelände. Das schließt kunstvoll alle ein und alle aus.