Remix mit Fanny und Felix, 4-Kanal-Videoinstallation von Viola Kiefner, 2002.
Birthe Bendixen (Gesang), Matthias Brommann (Violine), Martin Kreyssig (Kamera), Stephen Nicolai (Ton), Lothar Werthschulte (Postproduktion), Viola Kiefner (Konzept und Regie).
Gefördert u.a. durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.
Die aus vier wandfüllenden Projektionen bestehende Video-Installation, welche im Westwerk (Hamburg) 2002 zu sehen war, zeigt eine visuelle und musikalisch-akustische Erweiterung im Hamburger Straßenverkehr.
Als Drehort und Hauptakteure in einem fungieren zwei 1997 errichteten Gedenksteine für die Komponisten-Geschwister Fanny Hensel, geborene Mendelssohn, und Felix Mendelssohn-Bartholdy – direkt an der sechsspurigen Ludwig-Erhard-Straße und in der Nähe des heute nicht mehr existierenden Geburtshauses gelegen.
In Augenhöhe sind Noten in die anthrazitfarbenen, mit Bäumen umrahmten Steine gemeißelt, eine dazugehörende Sitzbank lädt Passanten ein, sich in Ruhe die »Noten in Stein« anzusehen und mit dem dahinter vorbeiziehenden Verkehrsfluss akustisch zu verbinden.
In der Video-Installation wird dieser Denkmal-Standort mit seinem akustischen Umfeld durch zwei Musiker erweitert, die – vor den Steinen positioniert – den Liedanfang des »Schwanenliedes« von Fanny Hensel und die ersten Noten des Violin-Konzertes in E-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy simultan interpretieren. Ihre Wiederholungen als musikalische Schleife kontrastieren mit der Lärmkulisse einer der meist befahrenen Strasse Hamburgs.
Zeitgenössischer »monumentaler« Ort und Theater-Denkmalpflege
In öffentlichen Stadt-Räumen sollen – zur Imagepflege und als Gedächtnisstütze zur nationalen Identifikation – an große Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens vergangener Jahrhunderte erinnern. Wie in vielen anderen Fällen führt auch
hier ein biographischer Anhaltspunkt zur Entscheidung für diesen Standort der Gedenksteine.
Mag die Positionierung des Denkmals mit dem vermutlich nicht berücksichtigten Aufeinandertreffen dieser beiden akustischen Quellen – wenn auch wie hier in notierter Form – zuerst absurd erscheinen, so entspricht es jedoch einer zeitgemäßen
Realität wechselseitiger Überlagerung von Tönen und Bildern, welche sich oft gegenseitig nivellieren.
In puncto städtebaulicher Ausführung oder ästhetischer Relation wurden – wie auch in diesem Stadtviertel – ehemals zerstörte Häuser, welche ursprünglich in einer ganz anderen Straße standen, in den 70er Jahren als Rekonstruktion an einem für das Stadtimage attraktiveren Standort wiederaufgebaut.







