Martin Kreyssig was born in Cologne in 1960 and has lived in Hamburg since 1989. From 1980 to 1983 he studied at the Kunstakademie Düsseldorf under Karl Kneidl, Nam June Paik, among others, and from 1983 to 1987 at the Deutsche Film- und Fernsehakademie in Berlin (dffb). Since 1985 he has worked as a freelance director, author and cinematographer. Some of his films are in collections at the Museum für Moderne Kunst in Frankfurt/Main, the Hamburger Kunsthalle and the Center Georges-Pompidou in Paris. From 2002 until his retirement in 2024, he worked as a university professor for digital moving image at the Harz University of Applied Sciences in Wernigerode.
Idee und Konzept: Dieter Oehms, Philips Consumer Electronis / Ausstellungskonzept & Realisierung: Galerie Weisser Raum Hamburg, Andrea Jacobi, Thomas Wegener / Sprecher: Herbert Günther Schmidtke / Musik: Carsten Dane / Dauer: 23 Min., Produktion: Philips 1993
Schaufenster mit Spiegel, 1993, Dr. Wulf Herzogenrath (Videostill), Videofilm von Martin KreyssigSchaufenster mit Spiegel, 1993, Nicolas A. Baginsky (Videostill), Videofilm von Martin KreyssigSchaufenster mit Spiegel, 1993, Klaus vom Bruch (Videostill), Videofilm von Martin Kreyssig
Nicolas A. Baginsky / Barry Schwarz / Kampnagel, Hamburg 1995 / Videodokumentation / Länge: 17:23 Min / Produktion: Nicolas A. Baginsky „A 5-ton performance together with Barry Schwartz.“ Nicolas A. Baginsky
About the Project: »“I-Beam Music“ is a performance, that explores acoustic phenomena using old and new technologies. „I-Beam Music“ is an orchestrated sculpture, an installation, that deals equally inventive with water, high voltage, fire and chemicals as well as with machines, computers and sensors. „I-Beam Music“ is the tittle of a computer driven machine-performance developed by hamburgian sculptor Nicolas Anatol Baginsky in collaboration with the californian performance-artist Barry Schwartz.
The central element in this installation is a string instrument, the artists have build using a 4 meter long steel I-beam . During the performance, the six-string instrument undertakes an automatic journey through an environment 25 meters in length. Similar to the functional principle of a car-wash, the string instrument travels through different situations and is being played there in very different ways: mechanical fingers pick the strings, chemicals create tones, extreme heat and cold tune the instrument. Dry ice and liquid nitrogen as well as parts of an old photocopier play the strings. In a later section, the combination of water and high voltage generate electrifying sounds. On its travel, the instrument develops various characters. For example: it turns into a bottleneck-guitar, then it becomes a bowed string-instrument and towards the end it is a „industrial- music“ type sound generator. The artists also use related machinery and instruments to orchestrate the performance: a converted turntable mounted to an electro vehicle uses the motion momentum to generate music. A wheelbarrow is turned into a sound harp.
A computer program forms the acoustic environment for the performance. This program, written by Baginsky especially for this project, analyses in real-time all acoustic events in the performance space. The resulting data is then being interpreted and output via electronic instruments and robotic actuators. This mechanism engineers a recursive symphony based upon existing sound and music.
Several surveillance cameras inside the I-beam instrument and at various positions in the set allow endoscopic insight into the installation. The images are life-mixed by a computer and are then displayed by two video projectors.
Nicolas Anatol Baginsky and Barry Schwartz are both artists that, in their way of working, combine the artist, the engineer and the technician. What they have in common is an extraordinary attraction towards the graveyards of industrial society: containers filled with junk machinery. As a result to that strategy their biggest common divisor becomes visible: beautifully engineered machine music. A machine music that explores the extremes of music and technology.«
Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin, 1998, Videofilm, Länge: 11:25 min Inhalt: Andreas Slominski stellt einen Eimer voll Wasser zwischen die Bücher und Regale des Museumsshops.
»Slominski stellte einen Eimer voll Wasser zwischen die Bücher und Regale des Museumsshops. Jedoch – der weiße Eimer war zunächst leer gewesen. Slominski beauftragte einen Klempner, eine Wasserleitung zu installieren. An der Rückwand der Toilette wurde die Hauptleitung freigelegt und Slominskis Rohre angeschlossen, an das Ende der Kupferrohre ein Wasserhahn montiert. Durch diese Leitung floß nun das Wasser in den Eimer. Nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hatte, wurde die Leitung wieder entfernt und das Loch in der Wand zugemauert. Nur eine einzige Spur ist geblieben: der Plastikeimer voll Wasser. Gibt es etwa ein Leck an der Decke?»
Eimer Wasser, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998Eimer Wasser, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998Eimer Wasser, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998
Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin, 1998, Videofilm, Länge: 2:15 min Inhalt: Ein Behälter für den Transport von einem Löffel Hustensaft wird mit einem Lieferwagen von einem Institut der Technischen Universität in Berlin nahe dem Charlottenburger Tor zum Deutsche Guggenheim Berlin am Brandenburger Tor transportiert, also von einer Seite Berlins auf die andere.
»Die Idee war, einen Behälter für den Transport von einem Löffel voll Hustensaft zu entwickeln. Slominski beauftragte einen Experten von der Technischen Universität in Berlin. Eine kardanische Aufhängung – wie man sie vom Kompaß kennt – hält den Löffel in horizontaler Lage. Sie ist in einem Vibro-Shock-Safe befestigt, der die Erschütterungen, die der Transport mit sich bringt, dämpft. Der Behälter wurde mit einem Lieferwagen vom Institut nahe dem Charlottenburger Tor zum Deutsche Guggenheim Berlin am Brandenburger Tor transportiert, also von einer Seite Berlins auf die andere. An dem Vibro-Shock-Safe sind zwei Sensoren eines Schwingungsschreibers (Oszillographen) befestigt: Einer ist mit dem äußeren Rahmen verbunden, der andere nahe der kardanischen Aufhängung im Inneren angebracht.
Während des Transportes konnte man die Schwingungskurven auf dem Bildschirm des Oszillographen verfolgen. Die untere Kurve zeichnete die ungedämpften Stöße auf, die auf den äußeren Rahmen wirkten, während die obere Kurve die Schwingungen maß, die die gedämpften Stöße im Inneren des Safes übertrugen. Auf der Fahrt durch die Stadt waren auf dem Bildschirm alle Unebenheiten der Fahrbahn und jedes Anfahren und Bremsen abzulesen. Zweimal – bei einer scharfen Kurve an einer Kreuzung und als der Wagen beim Einparken vor dem Museum auf den Bordstein fuhr – ließ sich eindrucksvoll beobachten, wie die untere Kurve stark ausschlug, während die obere Kurve ungestört blieb.«
Transportsystem für Hustensaft, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998Transportsystem für Hustensaft, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998Transportsystem für Hustensaft, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998
Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin, 1998, Videofilm, Länge 4:22 min Inhalt: Der Künstler lässt einen Baumstumpf aus dem Grunewald von einem Gärtner auf der Promenade Unter den Linden eingraben. Er ragt nur noch wenig aus der Erde.
»Seit der Jahrhundertwende ist die Straße Unter den Linden einer von Berlins bedeutendsten Boulevards. Nachdem zahlreiche Lindenbäume während des Zweiten Weltkrieges zerstört worden waren, wurde die Allee wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Die 370 Bäume, die heute hier stehen, sind numeriert und von der Städtischen Umweltbehörde registriert. Der Standort des Deutsche Guggenheim Berlin an dieser historischen Straße veranlaßte Slominski, nahe der Straßenkreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße einen Baumstumpf zu „pflanzen“.
Der Baumstumpf aus dem Grunewald wurde von einem Gärtner mitten auf der Promenade eingegraben. Er ragte nur noch wenig aus der Erde. Für den ahnungslosen Passanten mußte dies den Eindruck erwecken, als habe jemand einen der städtischen Bäume „gelyncht“. Aber wie ist das möglich, hier mitten auf dem Gehweg? Hier hat doch noch nie ein Baum gestanden. Es war ein Eingriff, ein Zeichen, das die Regelmäßigkeit der Baumreihe störte. Spaziergänger waren irritiert und ratlos. Woher kam dieser Baumstumpf? Bereits nach einem Tag war er von den Behörden abgesperrt worden. Diese Sicherheitsvorkehrung lenkte die Aufmerksamkeit allerdings noch mehr auf das rätselhafte Objekt.«
Baumstumpf, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998Baumstumpf, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998Baumstumpf, Andreas Slominski, Deutsche Guggenheim Berlin @ Martin Kreyssig 1998