Passieren

Passieren © Hamburger Kunsthalle, Martin Kreyssig 1994

Film von Martin Kreyssig zur Ausstellung der Künstlerinnen und Künstler Sigrun Jakubaschke, Andreas Slominski, Klaus Kumrow, Susanne A. Homann und Bernhard Prinz in fünf Schaufenstern des Hamburger Kaufhauses Alsterhaus, 1994.

Sprecher: Hartwig Tegeler, Schnitt: Davoud Kanani

Sigrun Jakubaschke, Passieren / Hamburger Kunsthalle © Martin Kreyssig 1994
Andreas Slominski, Passieren / Hamburger Kunsthalle © Martin Kreyssig 1994
Susanne A. Homann, Passieren / Hamburger Kunsthalle © Martin Kreyssig 1994

Vorträge von Martin Kreyssig

HausHaus, Foto M. Kreyssig

»blurred edges – Under Construction & Split Friction« Rede zu Arbeiten von Seiji Morimoto und Birgit Ulher anlässlich der Ausstellungseröffnung am 2.06.2024, Strobreden – Haus für Klangkunst-Enthusiasten, Hamburg

»Split Friction« – Live-Performance des Stücks ‚Public Transport‘ – für Trompete, LPs und Record Runner. Birgit Ulher. Gespräch anlässlich der Publikation des Katalogs Split Friction mit Martin Kreyßig und Birgit Ulher über ihre audiovisuellen Arbeiten am 7.01.2024, Frise e.V. Hamburg

»4:3 — Beckett im Quadrat« Inszenierungen für das Fernsehen – Eine Programmübersicht, 2.06 2017, Westwerk, Hamburg.

ZEIT – Dirigent der Medien und im Alltag. GenerationenHochschule, 03.11.2015, Hochschule Harz, Wernigerode.

Laudatio auf Helmut Morlok und Gunter Demnig. Anlässlich der Verleihung des Lothar-Kreyssig-Friedenspreis 2013 in der Johanniskirche in Magdeburg am 16.11.2013.

Delayed Time – Veränderung des Raum-Zeitkontinuums in digitalen Welten. Anlässlich der WAIT-Tagung 20 Jahre Fachbereich Automatisierung und Informatik am 18.10.2012, Hochschule Harz, Wernigerode.

Von der Faszination des Spiels – Über den Zusammenhang von Spiel, Kultur und Ästhetik. 34. Vorlesung der GenerationenHochschule 05.10.2010, Hochschule Harz, Wernigerode.

Rhetorik und Design: Überlegungen für eine neue Didaktik der Gestaltung. Vortrag anlässlich der Sitzung des Beirats des Studiengangs Medieninformatik, 23.04.2010, Hochschule Harz, Wernigerode.

Kino, Fernsehen, Internet – Erlebnis und Nutzen der Medienkultur. 18. Vorlesung der GenerationenHochschule, 10.02.2009, Hochschule Harz, Wernigerode.

Linear Media in Non-Linear Environements – From E-learning to Essay to Multimedia to IPTV. Methods Network Seminar on Film, Visualisation, Narrative, 17.11.2006, Royal Holloway, University of London.

Akustische Nutzer-, Produkt- und Markenführung. 28.10.2006, Deutscher Multimedia Kongress, Stuttgart.

Film und Architektur – Ort und Konjunktiv. Stadtsalon, Berlin am 04.10.2002.

Von Matrix zu Dürer – Bewegungsdarstellung am Beispiel römischer Reliefs über die Renaissance bis zur „Bullet-Time Photography“ im Film „Matrix“. Kunstakademie Düsseldorf am 16. Juli 2002.

Die Hand – Kunst und Künstler im Film.

  • Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle am 27. April 2003.
  • Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M am 16. November 2001.
  • Folkwang Museum, Essen, am 12. September 2001.
  • Kunsthalle zu Kiel am 27. Juni 2001.
  • Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen am 05. April 2001.
  • Kunstmuseum Winterthur am 14. Oktober 2000.
  • Museum Haus Lange / Haus Esters, Krefeld am 13. September 2000.
  • Württembergischer Kunstverein, Stuttgart am 04. Mai 2000.
  • WienerKunstverein, Wien am 19. Februar 1999.

Rewind to the Future. Podiumsdiskussion, Bonner Kunstverein am 01. Februar 2000.

Keine Bewegung! Filmsprache als Moderator. Muthesius Hochschule, Kiel am 10. November 1998.

Cinepolis – Architektur im Film, eine essayistische Passage. Hochschule für Bildende Künste, Hamburg, im Auftrag des BDA – Bund Deutscher Architekten am 29. Februar 1996.

Phantasie für die Wahrheit des Realen. Van Abbemuseum, Eindhoven am 18. August 1991.

Etwas – Schuldt

Etwas / Schuldt / nichts / Hamburger Kunsthalle / Martin Kreyßig
Etwas © Schuldt, Hamburger Kunsthalle, Martin Kreyssig 2006

Videofilm von Martin Kreyssig, 2006, Länge: 10:40 Min, im Auftrag der Hamburger Kunsthalle.

Etwas / Schuldt / nichts / Hamburger Kunsthalle / Martin Kreyßig
Etwas © Schuldt, Hamburger Kunsthalle, Martin Kreyßig 2006

Texte von Schuldt:

Die Internationale Ausstellung von nichts fand im Juli 1960 in Hamburg statt, zwei Jahre vor George Macuias‘ Fluxus.

1960 gab es einen klar erkennbaren Kunstbegriff. Da war es einfach, sich außerhalb der Kunst zu stellen. Zu zeigen, daß der Apparat auch ganz ohne Kunst tadellos funktionierte.

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Die Sachen stammten aus dem Laden oder wurden anonym angefertigt, nicht von Künstlern. Signiert haben Straßenpassanten. 

Die Ausstellung lief nur eine Woche. In diesen sieben Tagen wurde sie aus Protest dreimal zerstört. 

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Ein Material wird soweit zum Kunstwerk vorbereitet, daß es nichts anderes mehr werden kann; aber gerade an dem Punkt, wo Kunst hinzuträte oder einträte, wird der Vorgang abgebrochen. 

Beispiel Gemälde: die Leinwand auf Keilrahmen, grundiert, kommt als Schneuztuch oder Gardine nicht mehr in Frage, aber Kunst ist keine draufgemalt. Das Werk ist beides nicht.

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Hier steht eine Rekonstruktion. Neu könnte man das heute nicht so machen, und vielleicht überhaupt nicht. Die Grenzen der Kunst zu überschreiten hatte man vor nichts schon angefangen, und seither nicht mehr aufgehört. Die Horden der Überschreiter sind in zentrifugale Fernen entschunden. Niemand wüßte sich noch irgendwo außerhalb der Kunst zu stellen.

Etwas / Schuldt / nichts / Hamburger Kunsthalle / Frank Barth / Martin Kreyßig
Etwas © Schuldt, Hamburger Kunsthalle, Martin Kreyßig 2006

The Appearance of ###### to the people – Elena Kovylina

Performance: Elena Kovylina, HD-Videofilm, 8:30 min, 2009, im Auftrag der Hamburger Kunsthalle und im Rahmen der Ausstellung »MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation«, kuratiert von Frank Barth und Dirck Möllmann.

Elena Kovylina, MAN SON 1969 © Hamburger Kunsthalle, Martin Kreyssig 2009

»Charles Manson bezog sich auf einen religiösen Archetypus, um seine Privat-Mythologie aufzubauen. Nicht nur sein Aussehen, sondern auch die zeitweilige Bedeutungsverschiebung des Namens, seine Ansprachen an die Gruppe und eigene Vergleiche mit einem Erlöser sowie rituelle Fußwaschungen (vgl. Susan Atkins, Child of Satan, Child of God, 1977, S. 87) trugen zu dieser Mischung aus Mystizismus, Esoterik und autoritären Strukturen in scheinbar völliger Freiheit bei. Er agierte stereotypisch und leicht wieder erkennbar, worauf einfach zu reagieren war.
In ihrer Performance tritt Elena Kovylina unangekündigt zwischen zwei Bands auf, halb nackt und in der Maske mit Haaren und Bart ähnlich wie Charles Manson. Sie erscheint als ein Prophet, der nicht wirklich einer religiösen Gruppe oder einem Kult zugehört, aber als Verkünder von Zeichen erkannt werden kann. Die nachfolgenden Handlungen auf der Bühne waren nicht geplant oder vorher abgesprochen.«

[aus: MAN SON 1969 – Vom Schrecken der Situation, Hamburger Kunsthalle 2009, S. 20]

Tiger oder Löwe – Peter Friedl

Tiger oder Löwe, Peter Friedl, Hamburger Kunsthalle / Film von M. Kreyssig

Videofilm, 2:12 min, 2000, im Auftrag der Hamburger Kunsthalle, Frank Barth

Die Videoinstallation Tiger oder Löwe (2000) bezieht sich auf das Gemälde Tiger und Schlange (ca. 1858), ein Spätwerk von Eugène Delacroix, das im Olympiasaal der Hamburger Kunsthalle hängt. Dorthin brachte Friedl einen echten Tiger und eine Stoffschlange. Bei Delacroix bedroht der Tiger die Schlange in der freien Wildbahn. Friedls komische Hommage ironisiert das Pathos in Delacroix‘ Bild oder bringt, wie er sagt, „die institutionellen Erwartungen auf eine andere Ebene“. (Quelle: documenta 12.de)