Asche Wände und Boden Asche die Füsse Asche die Echse Rauchloch im gekrümmten Körper Qualm & Gestank aschfarbiges Haar im Tanz um den Lederkopf gehörlose Nikotinhaut die feurige Glut im Malstrom der Worte: (laut) entquellen Nachricht um Nachricht rauchendes Maul Weißsagungen Flugworte Flatterwissen Feuerspei Alexandra’s Luftbibliothek Menetekel@Phönix bound to fail Ascheregen Gestern & Morgen Matritzen Daten Rauch glühender Blasen Schwingenflügler im Sturzflug Teiresias The Sfumato Palimpsest einer x-beliebigen Zukunft – ausgedacht ausgerechnet anywhere.
Michael Zibolds Fotografien im Band Passagen sind während der letzten zwanzig Jahre in den großen Hafenstädten dieser Welt entstanden: Shanghai, St.Petersburg, New York, Neapel, Rio de Janeiro, um nur einige der neunzehn Orte zu nennen. Doch von Häfen und ihren Aktivitäten erzählen die Fotos nur beiläufig. Im Mittelpunkt der Schwarzweißfotografien stehen Begegnungen mit Menschen und Orten, die über den rein dokumentarischen Kontext hinaus verweisen. Dabei zaubern ausgesuchte Blickwinkel, Hinter- und Vordergründe, Details und eine auf das Tageslicht vertrauende Lichtregie aus alltäglichen Eindrücken Geschichten.
Michael Zibold (1957-2021) studierte in Stuttgart, lebte in New York, Mailand und Tokio, bevor er 1989 nach Hamburg kam. Hier lebt und arbeitet er heute. Vor allem mit seinen Reportagen aus den Metropolen der Welt hat er sich international einen Namen gemacht. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentiert.
»Die Bilder von Michael Zibold bringen uns Orte, Gesichter und Szenarien zur Ansicht, die in uns zu Erinnerungen werden, ohne dass wir anwesend waren. Von seinem Instinkt für das Nebensächliche geleitet, folgt man der Spur des Photographen durch den urbanen Dschungel. Man entdeckt Ruhe, Stille und die oft erschreckende Sicht auf einen eingefrorenen Augenblick.« Prof. Martin Kreyßig
Michael Zibold took the photographs in the book „Passagen“ during the past 20 years in the world’s major harbor cities: Shanghai, St.Petersburg, New York, Naples and Rio de Janeiro, to name just a few of a total of 19 different settings. But his images are only marginally about harbors and what goes on there. The black-and-white photographs focus instead on encounters with people and places that go beyond the purely documentary context. Carefully selected angles, backgrounds and foregrounds, details, and confidence in the adequacy of daylight conjure up compelling stories out of these everyday scenes. Michael Zibold (1957-2021) studied in Stuttgart and lived in New York, Milan and Tokyo before coming to Hamburg in 1989, where he still lives and works today. He has made a name for himself internationally mainly with his photo reports on the world’s metropolises. Zibold’s work has been featured in numerous exhibitions.
»Michael Zibold’s pictures show us places, faces and scenarios that become memories without us having been there. Guided by his instinct for incidentals, we follow the photographer’s trail through the urban jungle. We discover peace, silence, and the often shocking sight of a moment frozen in time.« Prof Martin Kreyßig
Autoren des Katalogs „PASSAGEN“: Wolf Jahn, Robert Morat et al.
Emotionen überall. Die Hauptsachen springen dem Betrachter ins Gesicht wie wilde Tiere. Das Wichtige bleibt hängen. Action!
In Michael Zibolds eindrucksvollen schwarzweissen Fotografien wird die Wertepyramide auf die Spitze gestellt. Das scheinbar Nebensächliche wird in den Mittelpunkt gerückt, seine Protagonisten bevölkern Nischen und Schatten, sie sind die eigentlichen Hauptdarsteller dieser fröhlichen Welt, voll von Stars und Sternchen.
Ob Mailand, Istanbul, New York, Shanghai, Peking, Palermo, Hamburg oder Wien: die Steine, das Glas der Städte, vor allem ihre Bewohner haben es diesem Fotografen angetan. In der Stadt, dem Olymp menschlichen Handelns, streift Zibold umher, sucht mit sicherem Instinkt und Gefühl die Plätze auf, deren steile Kontraste ihn sogleich gefangen halten, die er mit dem Normalobjektiv in einfachster Manier umsetzt. Keine Bearbeitung, no fake.
Von Gefühlen geleitet, entstehen Momentaufnahmen, die schon im nächsten Moment wieder anders aussähen. Die ausschnitthafte, diagonale Komposition vieler Bilder gibt mehr von dem frei, was gemeinhin verborgen bleibt. Spiegel und Fenster, Schatten und Schriften sind bevorzugte Sujets. Die verstellte Sicht auf das Leben öffnet eine umfassendere Totale, denn das bekannte Panorama. Der Ausschnitt eines Stückes Welt beinhaltet auch schon alle anderen möglichen Perspektiven.
In diesen Fotografien bilden Rand und Lücke das Zentrum. Sie sind bestimmender Teil der künstlerischen Komposition. Fast konservativ. Die Lücke definiert das Fehlende als das Entscheidende, das die Mitte, das Zentrum, der Hype nie erreichen kann. Die Ränder bezeichnen immer Ende und Übergang, mithin eine optimistische Sicht. In diesem Sinn sind die Fotos dieses sensiblen Weltenguckers den Menschenstädten ein schwarzer Spiegel. Sie zeigen unvermittelt und hart was übrig bleibt, woraus Zukunft entsteht. Jenseits aller Sensation. Jenseits kultureller Unterschiede.
Die „eigenen Bilder“ des Michael Zibold bringen uns Orte, Gesichter und Szenarien zur Ansicht, die uns zur Erinnerung werden, ohne daß wir seinerzeit anwesend waren. Von seinem Instinkt für das Nebensächliche geleitet, folgt man der Spur dieses Fotografen durch den urbanen Dschungel. Man entdeckt Ruhe, Stille und die oft erschreckende Sicht auf einen eingefrorenen Augenblick. Dann gibt sich die Welt wieder einen Ruck und voller Erleichterung spürt man die Drehung um die eigene Achse.
Sockelchaos Kavalkade im Streichquartett beinschwarz gemahlene Pferdeknochen Schwert Inflation Hunger Pest O’Michelmann halbe Portion, du AuFlieger
mal destruktion mal deKonstruktion mal Angstpurzelbäume im Morgengrauen mal abfackeln
ach, Zukunft, schwermüt’ger O’Michel langsam langsam’r den Hang hinauf ungesichert‘ Terroir unbekannt‘ uni#Form’so dreifarb‘ der Mantel, du mediokrer Hampelmann beiss Biss zur Grenze der Zerriebenheit Zerstreu’heit Vertrau’heit
sprech‘ dich an sprech‘ mit dir schlag‘ schrei‘ flenn‘ dudu autoritäre Rückenfigur dada Geisterfahrer in Bummelland dreh‘ dich, Hals, wende schau‘ mirnichtsdirnichts ins Gesicht Press Button: Transformation requested! phhhm back’ kuchen aus puste
Stücke Stahl stürzend Griffe greifen Leere in den Absturz im kalten Boden finstren Abgrund steckt schief kopfüber Gekreuz zu Glockenschlag
hochrunterhoch im Geschrei der Maschinen hämmern bohren pumpen schneiden gießen #Baustelle #Sisyphos AG
Vierstimmiger Satz elektrischer Worte Unter den Brücken – Führungen glotzende Greise klatschen zu Lehmresten Gezeiten fauliger Zähne
gebet dein Fleisch trocken dein Eiter gehärtet dein Text ohne Konsonanten sing‘ O’Michel, eie ee oe ooae, sing wenn tut tut du nicht bauen tust spiel‘ O’Michel, mopp’liger Tropf, herze zerreiss‘ dich maybe it‘s no thing schmeiss‘ die Pfeife weg vergrab‘ die Mütze im Loch, geh‘ Hotel REVOLUTION No 9 meldet: Zimmer frei!
Breitengrad und Höhen Aussichtspunkt Feldherrnhügel Kartierung und Gebiet Weitab der Wegstrecke Verlorene Ziele.
Ein Ypsilon Würfelspiel zur Entscheidung Verlorene Koordinaten occident or orient Rotierende Magnete Amalgam der Pole.
Ohne Kompass weder Rand noch Mitte Wegeswunden Stille stehen Simons Gebete Nicht Kopf nicht Fuss.
Rückweg ohne Besteck Messung ohne Position Sturz gen Boden Zahlenprojektionen.
Bleierner Kompass Horizont ohne Ich Traumgebirge Schritte ohne Weg Zeit ohne Strecke Rotation ohne Impuls Straße Weg Schlucht Wand The Road Gegen Wind ohne Sterne Kein Licht kein Schrei Kein Echo.
Projektion der Sinne Konturloses Gelände all the whites or greys ohne Stein der Erinnerung ohne Tritt ohne Zahl Freitreppe mit Organen Knochenspiel upside down under Pulsar verglimmender Sternenhaufen in der Streichholzschachtel Reibelaute ohne Atmung.
Die Internationale Ausstellung von nichts fand im Juli 1960 in Hamburg statt, zwei Jahre vor George Macuias‘ Fluxus.
1960 gab es einen klar erkennbaren Kunstbegriff. Da war es einfach, sich außerhalb der Kunst zu stellen. Zu zeigen, daß der Apparat auch ganz ohne Kunst tadellos funktionierte.
———
Die Sachen stammten aus dem Laden oder wurden anonym angefertigt, nicht von Künstlern. Signiert haben Straßenpassanten.
Die Ausstellung lief nur eine Woche. In diesen sieben Tagen wurde sie aus Protest dreimal zerstört.
———
Ein Material wird soweit zum Kunstwerk vorbereitet, daß es nichts anderes mehr werden kann; aber gerade an dem Punkt, wo Kunst hinzuträte oder einträte, wird der Vorgang abgebrochen.
Beispiel Gemälde: die Leinwand auf Keilrahmen, grundiert, kommt als Schneuztuch oder Gardine nicht mehr in Frage, aber Kunst ist keine draufgemalt. Das Werk ist beides nicht.
———
Hier steht eine Rekonstruktion. Neu könnte man das heute nicht so machen, und vielleicht überhaupt nicht. Die Grenzen der Kunst zu überschreiten hatte man vor nichts schon angefangen, und seither nicht mehr aufgehört. Die Horden der Überschreiter sind in zentrifugale Fernen entschunden. Niemand wüßte sich noch irgendwo außerhalb der Kunst zu stellen.